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Bad Düben

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Bad Düben

04849 Bad Düben
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Die Stadt ist nicht nur „das“ Tor zur Dübener Heide, sondern auch deren eigentliches Herz. Um 1015 wurde die Burg Düben, damals Zentrum eines Burgwardbezirkes, erstmals im Zusammenhang mit Ereignissen des Jahres 981 als „urbs Dibni“ erwähnt. Auf Grund ihrer Bedeutung gab die Burg nicht nur der Stadt, sondern der ganzen umliegenden Region, also der Dübener Heide, ihren Namen. Durch ihre Lage an einem Übergang durch/über den Fluss Mulde einer uralten Handels- u. Heerstraße (der heutigen B2) weist Bad Düben interessante Entwicklungsstrukturen auf. Bedingt durch verschiedene Umstände wurde die Entwicklung der Stadt schon früh gehemmt, die dadurch bis weit ins 20. Jh. den Charakter einer kleinen Ackerbürgerstadt behielt. Erst Anfang jenes Jahrhunderts bekam die Stadt einen Entwicklungsschub insbesondere als Kurort, als dessen Folge sie 1948 den Titel „Bad“ verliehen bekam. Ihr Altstadtcharme wird durch ihr weitgehend geschlossenes Bebauungsbild erzeugt, dessen Gebäude im wesentlichen in der Mitte des 19., aber auch zum Teil dem 17. Jh. entstanden.

Die Burg Düben (Neuhofstraße 3) war ehem. eine bedeutende Burganlage, die sich vermutlich aus einer kleinen slawischen Rundwallanlage entwickelte, deren Inneres man um 928 nach der deutschen Eroberung mit Erdreich zu einem Hügel auffüllte, also zu einer Bühlburg ausbaute. Heute weist ihr Hauptbühl eine Höhe von ca. 10 m u. einen Durchmesser von ca. 50 m auf, der immer noch mit einer Burg bebaut ist. Deren ältester Bauteil ist das aus Raseneisensteinen bestehende äußere Mauerwerk des Burgwächterhauses, das sicher noch der Zeit der Spätromanik (Anfang des 13. Jh.) angehört. Auch der untere Teil des Torturmes stammt offenbar aus jener Epoche, genau dem Jahr 1207. Nach der Zerstörung der Burg im Sächsischen Bruderkrieg (1446-51) erhielt der Turm sein gotisches Erscheinungsbild. Seinen Fachwerkaufsatz u. die Anbauten kamen allerdings erst frühestens Anfang des 18. Jh. an den Turm, nachdem man die Burg nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges neu aufgebaut hatte. Das Haupthaus war schon 1663/65 in der Nachfolge eines ebenfalls zerstörten analog großen Gebäudes erbaut worden. Schon 1778/79 musste man diesen Bau wiederum durch einen gleich großen Neubau ersetzen. In frühester Zeit, bis etwa Mitte des 12. Jh., war die Burg Sitz der Burgwardverwaltung, während sie sich danach als Lehen in der Hand verschiedener Adelsfamilien befand. 1531 wurde die Burg Sitz der Verwaltung des neu gegründeten Amtes Düben, was sie bis 1815 blieb. Auch danach beherbergte sie bis 1947 verschiedene Ämter. 1949 begann die notdürftige Sanierung der 1945 durch Beschuss beschädigten Burg u. die Umgestaltung des Burggartens. Dank des Engagements von Heimatfreunden konnte 1953 das neu gegründete Landschaftsmuseum der Dübener Heide in der Burg eröffnet werden. Nach dessen Neustrukturierung 1999 befinden sich nun in den Räumen eine umfangreiche Ausstellung zur Dübener Heide u. insbesondere deren ehemals typische Handwerke sowie zur Stadt Düben u. deren Geschichte.

Im Schlossgraben steht die letzte historische Schiffmühle in Deutschland; die Bergschiffmühle. 1701 erbaut u. nach einem Brand 1860 völlig neu errichtet, wurde die Mühle 1905 wesentlich umgebaut u. nur noch für die Energiegewinnung für die von nun an Land in einem Gebäude stehenden Mahlwerke genutzt. Nach einem Hochwasser dem Verfall ausgesetzt hat man die Mühle, die ursprünglich nahe des Dübener OT Alaunwerk auf Schwemsaler Flur in der Mulde schwamm, zu ihrer Rettung 1965 in den Burggraben umgesetzt u. saniert. 2002/03 erfolgte eine denkmalgerechte Rekonstruktion der Mühle entsprechend ihres Zustandes von 1905.

Nahe des Burggeländes, direkt neben der Muldebrücke, steht ein kleines historisches Pegelhaus von 1893, das im Rahmen des Museumsbesuches auf Wunsch mit besichtigt werden kann.


Die nahe der Burg, Leipziger Straße 5, stehende historische Burgschänke u. Herberge „Goldener Löwe“ gehört zu den historisch u. baulich bemerkenswertesten Gebäuden der Stadt. Ursprünglich war dieses (das Erdgeschoss!) eine Kirche, die dem Heiligen Wenzeslaus geweiht war. Erbaut wurde sie in dem damaligen Suburbium, der ersten Siedlung der deutschen Handwerker u. Händler im Schutze der Burg, in der frühen Zeit der Romanik (es kann schon das zeitige 11. Jh. angenommen werden!). Damit dürfte die Kirche mit eines der ersten steinernen Gebäude der gesamten Region gewesen sein. Im Zuge der Reformation wurde die Kirche aufgegeben. Das benachbart stehende Freigut erhielt 1647 ein Gaststättenprivileg, für dessen Inanspruchnahme man den ehem. Kirchenbau nutzte. Nach einem Brand 1716 erhielt das Gebäude nun sein wesentliches heutiges Erscheinungsbild mit dem aufgesetzten oberen Stockwerk.

Die Stadtkirche St. Nikolai, in der Lutherstraße / am Kirchplatz, ist ebenfalls im Kern ein romanischer Bau, der um 1200 entstanden sein dürfte. Die für die damalige Zeit gewaltigen Dimensionen des Saales lassen vermuten, dass es sich hierbei ursprünglich um eine dreischiffige Hallenkirche bzw. Pseudobasilika handelte. Ursprünglich nur mit einem Dachreiter versehen, erbaute man in der Zeit der Renaissance ungewöhnlicher Weise südlich am Saal einen Kirchturm. Nach dessen Einsturz 1809 wurde im Folgejahr mit der Errichtung eines neuen Turmes westlich am Schiff begonnen, der 1814 fertig gestellt werden konnte. 1816-19 baute man den Kirchensaal vollständig um, indem man diesen mit Seitenbauten versah u. dem Inneren die Form eines Zentralbaus gab. Für diese im Stil des Klassizismus ausgeführten Arbeiten soll der Anhalt-Dessauische Architekt C. I. Pozzi verantwortlich gewesen sein. 1887 ist der bis dahin niedrigere Turm erhöht u. mit einem gewaltigen Kegeldach versehen worden. Die letzte verändernde Maßnahme in der Kirche erfolgte 1907, als man das bis dahin sehr schlichte Kircheninnere durch eine neue Farbgebung u. ein Deckengemälde aufwertete. In dem bescheiden gehaltenen, aber optisch sehr beeindruckenden Kircheninneren ist die Orgel von W. Rühlmann (Zörbig) von 1906-07 beachtenswert, die in ein Orgelprospekt von 1819 eingebaut wurde.

Neben der Kirche (Kirchplatz 1) steht das evangelische Pfarrhaus, das man 1710 als eingeschossigen kleineren Bau errichtet hat u. 1790-91 sein heutiges Erscheinungsbild gab. Nicht zu übersehen ist im Kirchenumfeld ebenfalls die alte Stadtschule, die 1828 bzw. 1840 eingeweiht wurde u. bis 2008 umfassend umgebaut nun das Ev. Schulzentrum beherbergt.

Das älteste Siedlungsgebiet der Stadt erstreckt sich um den heutigen Paradeplatz, in dessen Mitte bis 1828 ein Teich war. Noch bis weit ins 20. Jh. wurde dieser Bereich mit seinen nahen abgehenden Straßen „Altstadt“ genannte. Fast direkt neben diesem Altsiedelgebiet errichteten im ausgehenden 12. Jh., im Rahmen einer gezielten Kolonisation der Region, deutsche Siedler ihre Gehöfte, wodurch es zur Entstehung der Stadt Düben kam. Bei dieser neuen Ansiedlung handelt es sich im wesentlichen um den heutigen Marktplatz u. seine nahen davon abgehenden Straßen, die darum noch bis weit ins 20. Jh. als „Neustadt“ bezeichnet wurden. Sein heutiges Platzbild erhielt der Markt erst nach einem Brand 1840. Bis dahin wies der Platz eine klare oblonge leicht keilförmige Gestalt auf, womit man bei seiner Gründung also ein optisch länger wirkendes Platzbild erzielen wollte.

Das prägnanteste Gebäude am Markt ist natürlich das Rathaus. Nach einem Stadtbrand 1716 war es weitestgehend im schlichten barocken Formen neu erbaut u. wegen der damaligen Armut erst 1723 fertiggestellt worden. Sein leicht klassizistisches Äußere erhielt das Rathaus 1862. Heute gehört zum Rathauskomplex auch auf der östlichen Seite die Alte Post; ehemals ein Gasthof und bis 1895 Poststation. 1925 stellte das von ca. 1717 stammende Haupthaus ein Verkehrshindernis dar. Darum setzte man dessen Erdgeschoss auf der Traufseite leicht zurück, schuf so ein vorkragendes Obergeschoss u. legte die eigentlich rein konstruktive Fachwerkkonstruktion frei; heute ist diese ein viel beachteter Blickfang.

Die Stadt Düben wies ehem. mehrere bedeutende Wassermühlen, Schiffmühlen sowie Windmühlen auf. Erhalten blieb davon die Wassermühle Stadtmühle am südwestlichen Stadtrand, Am Lauch 1. Die Mühle wurde 1651 an Stelle einer schon lange wüst liegenden Mühle als Schneidemühle neu erbaut. Zeitweise auch mit Walk- sowie Ölgänge ausgestattet existierte die Schneidemühle bis 1914. Seither wird die Mühle bis in die heutige Zeit nur noch als Mahlmühle betrieben.

Eine weitere erhalten gebliebene Wassermühle ist die Obermühle, am nördlichen Stadtrand, Parkstraße 1. Diese ehem. sehr bedeutende Mühle wurde erstmals 1497 urkundlich erwähnt. Für verschiedene Zwecke genutzt u. bis 1947 gewerblich als Mahlmühle betrieben blieb bis heute in der Mühle ihre umfangreiche damalige Einrichtung erhalten. In der Mühle bzw. deren Gelände existiert eine vielfältige Ausstellung (landwirtschaftliche Geräte, Haushaltsgegenstände). Im Rahmen der geplanten Errichtung eines Museumsdorfes wurde 2005-06, benachbart der Obermühle, eine in Glesien (dort 1840 errichtet!) abgebaute u. rekonstruierte Bockwindmühle aufgestellt. Auf dem Obermühlengelände hat man zudem 2009 einen informativen Fledermausgarten angelegt; er ist der erste sachsenweit.

Außerhalb der historischen Altstadt befindet sich nicht weit nördlich davon der städtische Friedhof. Beachtenswert ist sein Hauptportal, Pesttor genannt, in der Friedhofstraße. Nachdem der alte Friedhof um der Nikolaikirche wegen ein großen Peststerbens überfüllt war hatte man diesen neuen Friedhof angelegt u. auch das ungewöhnliche dreitorige Portal 1577 in den damaligen Formen der Renaissance aus Sandstein errichten lassen. Die lateinische Inschrift nennt u.a. dessen Baumeister M. Hermen. Die Friedhofskapelle ist ein bescheidener Backsteinbau in den Formen der Neogotik; errichtet wurde er 1848.

Nahe des Pesttores steht der Gustav-Adolf-Stein, der auf ein Fürstentreffen vor der berühmten Schlacht bei Breitenfeld im Jahr 1631, also im Dreißigjährigen Krieg, aufmerksam macht.

Nördlicher in der Gustav-Adolf-Straße befindet sich der Blücherstein, der an Ereignisse während der Napoleonischen Kriege des Jahres 1813 erinnert.

Der Gründung des Stadt- u. Kurparks erfolgte 1846, als einer der ersten Bürgerparks in Mitteldeutschland. Die ursprüngliche Anlage wurde als landschaftlich gestalteter Park mit stark geschwungener Wegeführung konzipiert, wobei diese in dem ab 1850 angelegten westlichen Parkteil reduzierter ausfiel. Im Laufe der Zeit hat man den Park durch eine reiche Staffage, in Form von Gebäuden, Denkmalen u.a. bereichert. 1914/15 erfolgte eine Erweiterung des Parks vor dem neu errichteten Moorbad; weitere Ergänzungen kamen später dazu. Die heutige Anlage weist somit auf etwa 13 ha Fläche eine vielfältige abwechslungsreiche Gestalt auf. Im Stadt- u. Kurpark, Parkstraße 25, steht das historische Kurhaus; heute Hotel u. Restaurant

Direkt am Kurpark, Gustav-Adolf-Str. 15, befindet sich das 1994 eröffnete moderne Reha-Zentrum, eine Fachklinik für Orthopädie, Kardiologie u. Neurologie u. damit verbunden das 1996 eröffnete Waldkrankenhaus für Orthopädie u. Allgemeinmedizin Am nördlichen Rand des Kurparks, steht das HEIDE-SPA, Hotel & Resort. Dieses 1998/99 erbaute innovative Gesundheits- u. Wellneszentrum bietet nicht nur viele Möglichkeiten seine Gesundheit zu regenerieren, sondern mit seiner Bade- u. Gaststätteneinrichtung auch einfach die Möglichkeit zum Genießen, Wohlfühlen u. Entspannen.

Im OT Hammermühle, Wittenberger Str. 91, befindet sich an der Stelle des ehem. Teiches der erstmals 1394 genannten Hammermühle, die bis kurz nach 1900 als Mahl- u. Schneidemühle betrieben wurde, ein Freibad

Allgemeine Infos: Touristinformation, Neuhofstr. 3a im Naturparkhaus,

Text: Hans-Joachim Böttcher

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