Um diese Seite anzuzeigen benötigen Sie den Adobe Flash Player Version 10 oder neuer. Sie können den aktuellen Adobe Flash Player hier herunterladen.

ALTE LINDE (Waldkatzenbach)

Adresse:



69429 Waldbrunn
Tel:
Fax:
E-Mail:

Kontakt-Adresse:

Gemeindeverwaltung Waldbrunn
Alte Marktstraße 4
69429 Waldbrunn
Tel: 06274/930-0
Fax: 06274/930-230
E-Mail: rathaus@waldbrunn-odenwald.de

Beschreibung:

Die alte Linde von Waldkatzenbach
Stille Zeugin der Jahrhunderte

Sie hat wohl viel erlebt, die Waldkatzenbacher Linde. Etliche Generationen haben sie bewundert. Jahrhunderte lang haben die Kinder an ihren immer stärker gewordenen Wurzelarmen gespielt. Und der Hauch der Geschichte wehte durch ihre stattliche Krone. Eine stumme Wächterin, die das dörfliche Leben Waldkatzenbachs begleitet!

Der mächtige Lindenstamm setzt sich aus sieben einzelnen Stämmen zusammen, die längst zu einem Baumriesen zusammen gewachsen sind. Von alters her wird berichtet, die Linde sei am Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) aus sieben zusammengebundenen Schösslingen entstanden, die von sieben Waldkatzenbacher Familien – Überlebende der Kriegswirren – in ein Pflanzloch gesetzt worden seien. Über 350 Jahre sei die Sommerlinde heute alt. Ähnlich alt übrigens wie das ebenso geschichtsträchtige 400 Jahre alte „Maddeese Haus“ in ihrer Nachbarschaft, das älteste Wohngebäude im Dorf!

Historisch belegt ist, dass die durch den Dreißigjährigen Krieg verursachten Plünderungen und Morde, Seuchen und Hungersnöte die Bevölkerung zahlreicher Dörfer – auch auf dem Winterhauch – bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts beträchtlich dezimierten. Manche Ortschaften fielen komplett wüst, ihre Häuser und Äcker waren menschenleer. Nicht wenige Flächen wurden erst Jahre nach Kriegsende wieder kultiviert, oft von Einwanderern, die durch die Landesherren angesiedelt wurden. Auch Mülben gehört zu diesen Wüstungen und konnte erst ab 1656 von Schweizer Immigranten wieder aufgebaut werden.

In „Katzenbach“ war die Bevölkerung nach den schrecklichen Rückschlägen durch den Dreißigjährigen Krieg ebenfalls stark verringert Weitere Kriegshandlungen auf europäischem Boden folgten und trafen immer wieder den Odenwald und nicht zuletzt die Winterhauchdörfer. Erst nach 1700 stieg die deutsche Bevölkerung merklich an. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts waren nun auch wieder 13 Waldkatzenbacher Hubengüter bewirtschaftet. Während im Jahr 1774 noch 35 Familien mit 218 „Seelen“ (Einwohnern) im Dorf beurkundet waren, stieg die Zahl auf 59 Familien mit 249 Einheimischen im Jahr 1805. Doch erneut begannen schwierige Zeiten, die sich mit Missernten, Hungersnöten und bald allzu großem Bevölkerungsanstieg bis weit in die Mitte des 19. Jahrhunderts fortsetzten.

Die alte Linde von Waldkatzenbach hat all dies – und noch viel mehr – miterlebt. Ob die Geschichte von den sieben verbliebenen Familien, die ihre Schösslinge einst gepflanzt haben sollen, historisch richtig ist, wissen wir nicht. Die Linde könnte es uns erzählen. Doch sie bleibt eine stumme, starre Zeugin der Jahrhunderte, während der Wind des Wandels all die Zeit durch ihre Krone weht.

Übrigens: Sommerlinden können ein Alter von 1000 Jahren und mehr erreichen.

___________________________________
Autor / Copyright: Michael Hahl – proreg

Downloads:

GPX: http://karte.wanderwalter.de/odenwald/318583_ALTE-LINDE-Waldkatzenbach.gpx
OVL: http://karte.wanderwalter.de/odenwald/318583_ALTE-LINDE-Waldkatzenbach.ovl
KML: http://karte.wanderwalter.de/odenwald/318583_ALTE-LINDE-Waldkatzenbach.kml