Um diese Seite anzuzeigen benötigen Sie den Adobe Flash Player Version 10 oder neuer. Sie können den aktuellen Adobe Flash Player hier herunterladen.

Der Bildstock am "Kalten Herrgott"

Adresse:

Weinheim-Ritschweier

69469 Weinheim
Tel:
Fax:
E-Mail:

Kontakt-Adresse:

Stadt Weinheim
Obertorstraße 9
69469 Weinheim
Tel: 06201-82333
Fax:
E-Mail: r.robra@weinheim.de

Beschreibung:

Dieser Bergsattel zwischen Ritschweier und Kunzenbach wird „Kalter Herrgott“ genannt. Diesen Namen verdankt er dem im Herbst und Winter mitunter beißenden Wind, der hier ungeschützt wehen kann. Am Bildstock führte der Weg zwischen den Klöstern Lorsch und Schönau vorüber, die während des Hochmittelalters in engem Kontakt miteinander standen.
Das genaue Alter des Bildstocks ist ungewiss. Es ist gut möglich, dass es sich um den ältesten seiner Art im Odenwald handelt. Die nachweisbar ältesten Bildstöcke, die als Betsäulen genutzt wurden, stehen in Ziegelhausen (1478) und Breitenbach im fränkischen Odenwald (1483).
Da das Gebiet 1514 an die Linie Erbach-Fürstenau zu Lehen ging, dürfte der Bildstock kaum jünger sein als 1544, dem Zeitpunkt der Einführung der Reformation in der Grafschaft Erbach. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Bildstock jedoch erst in einem Weinheimer Ratsprotokoll des Jahres 1663.
Um den „Kalten Herrgott“ ranken sich zahlreiche Sagen und Überlieferungen.
So soll in früheren Zeiten ein neben dem Bildstock stehender Erlenbusch einmal im Jahr in roten Flammen aufgegangen sein, um an eine Bluttat im Dorf zu erinnern. Ein Bauer erschlug seinen Knecht, um dessen Liebe zu seiner Tochter zu unterbinden. Die Tochter stürzte sich daraufhin in den Tod. Der Bauer, bald im Trübsinn gestorben, fand im Grab jedoch keine Ruhe. So sah man ihn oft an dieser Stelle mit der Hacke auf der Schulter und hörte ihn über sein Verbrechen jammern.
Kratzspuren am Stein des Bildstocks könnten darauf hinweisen, dass die Bauern die magische Kraft des Steins nutzten und Körnchen davon unter ihre Saat mischten.
Heute ist hinter dem Gitter des Bildstocks das Bild eines Bauern mit einem voll beladenen Erntewagen zu erkennen. Es erinnert daran, dass am 12. August 1922 an dieser Stelle der Landwirt Valentin Müller beim Einbringen der Ernte verunglückte.
Im 19. Jahrhundert wurde der „Kalte Herrgott“ zum Treffpunkt der Industriearbeiter auf ihrem Weg zur Firma Freudenberg. Bis heute ist der Weg als Wanderweg von Weinheim in den Odenwald viel begangen.

Die Informationstafel finden Sie unter Downloads -> PDF-Information

Downloads:

GPX: http://karte.wanderwalter.de/odenwald/319341_Der-Bildstock-am-Kalten-Herrgott.gpx
OVL: http://karte.wanderwalter.de/odenwald/319341_Der-Bildstock-am-Kalten-Herrgott.ovl
KML: http://karte.wanderwalter.de/odenwald/319341_Der-Bildstock-am-Kalten-Herrgott.kml